Über Gott, die Welt und uns
Unter neuem Namen führen wir das Theologisches Theater-Café weiter und setzen uns gemeinsam mit Künstlerinnen und Künstlern, Theologinnen und Theologen in Podiumsgesprächen und -diskussionen mit den theologisch-philosophischen und gesellschaftspolitischen Themen und Thesen der Spielzeit auseinander.
Eine gemeinsame Reihe des Theaters Pforzheim, der Bildungszentren Pforzheim und Karlsruhe (Bildungswerk der Erzdiözese Freiburg), der Evangelischen Erwachsenenbildung Pforzheim und der Ökumenischen Citykirche Pforzheim.

 

In der Regel im Foyer des Theaters Pforzheim, Waisenhausplatz 5

oder auch im Café Kleine Auszeit, Jörg-Ratgeb-Str. 1

 

 

8. Januar 2023

MADAMA BUTTERFLY
Café Kleine Auszeit,
Jörg-Ratgeb Str. 1 Pforzheim

 

Der amerikanische Marineleutnant B. F. Pinkerton heiratet während seiner Stationierung in Japan „sein exotisches Abenteuer“, die Geisha Cio-Cio-San, genannt Butterfly, und macht sich bald danach aus dem Staub. Eine japanische Tragödie nimmt ihren Lauf, denn die Liebe von Cio-Cio-San ist echt, naiv, kräftig und fordert somit ihre Tribute. Giacomo Puccinis Musik ist wundervoll emotional, die Tragödie herzzerreißend. Immer wieder werden darin die menschenverachtende Gesellsch
 aftsordnung, die Hierarchien des Marktes, der Kulturen, der Geschlechter und der Ehre durch große, teils blutige Opfer erneuert und aufrechterhalten. Warum sollte es da für Madama Butterfly anders sein, nur weil Puccini sie in der berühmtesten Arie der Oper hoffnungsvoll singen lässt „Behalte deine Angst für dich, ich erwarte ihn mit unerschütterlichem Glauben“. Ihr Herz zerbricht daran. Oder doch nicht? Die Pforzheimer Inszenierung von Markus Hertel wählt einen anderen Weg und bietet nicht nur damit für das Podiumsgespräch im Rahmen des Theologischen Theatercafés spannende Themen.

 

Das ist leider schon vorbei:

VENEDIG IM SCHNEE

Schauspielkomödie von Gilles Dyrek

Der Autor, Schauspieler und Regisseur Gilles Dyreks brach mit seinem bissigen Stück 2003 in Frankreich alle Besucherrekorde. Durch das drastische Entlarven von gängigen Vorurteilen und scheinheilig zur Schau gestellter Betroffenheit und Solidarität wirkt „Venedig im Schnee“ heute aktueller und pointierter als bei seiner Uraufführung. Die turbulente Beziehungskomödie mit ihren hochtourigen Dialogen und aufregenden Wendungen ist eine massive Herausforderung für das Gutmenschentum. Nicht nur darüber wird im theologischen Theatercafé – erstmals an neuem Ort im Café Kleine Auszeit – zu reden sein.

Podiumsgespräch
mit Schauspieldirektor Andreas Frane, Schauspielerin NIka Wanderer, sowie Pfr’in Ruth Nakatenus und den Dipl. Theol. Ullrich Glatthaar und Tobias Gfell

Café Kleine Auszeit, Jörg-Ratgeb Str. 1 Pforzheim

Gemeinsame Veranstaltung der Bildungszentren Pforzheim und Karlsruhe (Bildungswerk der Erzdiözese Freiburg), der Evangelischen Erwachsenenbildung Pforzheim, der Ökumenischen Citykirche Pforzheim und des Theaters Pforzheim.

9. Oktober 2022, 16.30-18 Uhr

Auferstehungskirche,
Goebenstr. 2 in Pforzheim

HUMAN APP (DSE)
Schauspiel von Ian de Toffoli
 „Würden Sie in einer Stadt leben wollen, in der Sie permanent beobachtet, gefilmt und analysiert würden und alle vernetzten Geräte Ihnen ständig sagen, wie Sie sich verhalten sollen?“

Vier Mitglieder einer technologischen Expertengruppe – drei Männer und eine Frau – diskutieren über die Folgen des immer größer werdenden Einflusses neuer Technologien auf das Leben der Menschen. Dabei prallen schnell überaus unterschiedliche Einstellungen aufeinander. Ein durchgespieltes Fallbeispiel soll die Problematik im Umgang mit Künstlicher Intelligenz (KI) verdeutlichen: Die Freunde Max, Vincent und Laurent, alle drei leitende Angestellte eines multinationalen Unternehmens, lassen sich nach einem gemeinsamen Restaurantbesuch von dem von ihrer Firma entwickelten selbstfahrenden Auto nach Hause bringen. Es ist ein dunkler Novemberabend und man fährt auf einer schlecht beleuchteten Straße.
Plötzlich kreuzt eine Frau auf einem Fahrrad verbotenerweise den Weg des Wagens. Im Bruchteil einer Sekunde berechnet die von Vincent programmierte KI Sarah alle Optionen und entscheidet: Statt das Auto mit seinen Insassen gegen eine Wand zu fahren oder auf den gegenüberliegenden Gehweg auszuweichen und den sich dort befindenden 52jährigen Manager zu töten, überfährt sie lieber die 29jährige, in prekären Verhältnissen lebende Radfahrerin. Das Auto kollidiert also mit der laut des programmierten Codes weniger wertvollen Person, die noch am Unfallort stirbt.
Dann passiert etwas Überraschendes: Obwohl die KI Sarah gemäß ihrer von Menschen diktierten Vorgaben gehandelt hat, kommen ihr Zweifel an der Richtigkeit dieser Entscheidung. Sie ist nicht nur unzufrieden, sondern auch ‚unglücklich‘ mit dem Ausgang und beginnt, ihren Schöpfern unbequeme Fragen zu stellen …
Ian de Toffolis „HumanApp“ vernetzt auf intelligente Weise Wissenschaft mit Theater und knüpft an die alte Frage an, die schon Goethes „Zauberlehrling“ stellt: Darf der Mensch angesichts eines noch nie dagewesenen technologischen Fortschritts alles, was er tun kann? Öffnen die neuen Technologien unermessliche Möglichkeiten oder die Büchse der Pandora? „HumanApp“ erzählt weniger über Künstliche Intelligenz als über den Menschen: Ein Stück über das Zweifeln, die Ängste, die Verletzlichkeit und die irrationalen Entscheidungen, die unser Menschsein ausmachen.

 

 

Podiumsgespräch
mit Dramaturgin Ulrike Brambeer und Ensemblemitgliedern sowie den Dipl. Theol. Tobias Licht und Tobias Gfell


Eine gemeinsame Reihe des Theaters Pforzheim, der Bildungszentren Pforzheim und Karlsruhe (Bildungswerk der Erzdiözese Freiburg), der Evangelischen Erwachsenenbildung Pforzheim und der Ökumenischen Citykirche Pforzheim.

 

Sonntag, 26. Juni 2022, 16.30 Uhr

Theologisches Theater-Café


MARTYR!
RATGEB – MALER, MENSCH UND FREI


Als Maler von Heiligenleben und biblischen Geschichten kam Jörg Ratgeb zu Beginn des 16. Jahrhunderts bei seinen Zeitgenossen zu Ansehen. Aber mit Beginn der Reformation waren solche Darstellungen nicht mehr gefragt: Keine 20 Jahre nachdem er seinen heute berühmten Herrenberger Altar vollendet hatte, wurde dieser abgebaut und eingelagert. Dass Ratgeb uns jedoch heute wieder ein Begriff ist, liegt nicht nur an seinen revolutionär-provokanten Bildern, sondern an seinem tragischen Lebensweg vom Kirchenmaler zum Bauernkrieger. Nicht nur deshalb bietet die Musical-Oper „Martyr! Ratgeb – Maler, Mensch und frei“ von Frank Nimsgern und Thomas Münstermann reichlich Gesprächsstoff für das Theologische Café am Sonntag, 26. Juni 2022 um 16.30 Uhr im Foyer des Theaters Pforzheim. Auf dem Podium sind Dramaturgin Christina Zejewski, Pfr'in Ruth Nakatenus sowie die Theologen Tobias Gfell und Tobias Licht.


Foyer im Stadttheater, Am Waisenhausplatz 5
Gemeinsame Veranstaltung der Bildungszentren Pforzheim und Karlsruhe (Bildungswerk der Erzdiözese Freiburg), der Evangelischen Erwachsenenbildung Pforzheim, der Ökumenische Citykirche Pforzheim und des Theaters Pforzheim.

 

Theologisches Café

 

Reuchlin – zwischen Katholizität und Reformation

mit Dr. Matthias Dall‘Asta

 

Sonntag, 22. Mai 2022 (16:30Uhr – 18:00Uhr), Foyer im Stadttheater


Johannes Reuchlin, Sohn eines Klosterverwalters, Anwalt des Dominikanerordens, Hassobjekt der Inquisition, Tertiar des Augustinerordens, Mitglied der Stuttgarter Salve-Regina-Bruderschaft, Lehrer Melanchthons, Wegbereiter Luthers und Morgenstern der Reformation: Der Vortrag führt aus, wie und warum der Humanist und Laientheologe Johannes Reuchlin für die kirchenpolitisch so bewegten Jahre um 1520 zu einer Schlüsselfigur wurde.

Der Referent an diesem Nachmittag Dr. Matthias Dall’Asta ist Klassischer Philologe und beschäftigt sich an der Heidelberger Akademie der Wissenschaften seit 1994 schwerpunktmäßig mit Reuchlin und Melanchthon.

 

Gemeinsame Veranstaltung der Bildungszentren Pforzheim und Karlsruhe (Bildungswerk der Erzdiözese Freiburg), der Evangelischen Erwachsenenbildung Pforzheim, der Ökumenischen Citykirche Pforzheim und des Theaters Pforzheim.

24. April 2022, 16.30 Uhr, Auferstehungskirche Pforzheim, Goebenstr. 2.

                                                                                                      

Theologisches Theater-Café zum Musiktheaterabend „Der Kaiser von Atlantis“ und „Das Wundertheater“
Unvorstellbar kommt es uns heute vor, dass Viktor Ullmann und Peter Kien die Oper „Der Kaiser von Atlantis“ im KZ Theresienstadt verfassten. Die Angst vor der ungewissen Zukunft muss ständig präsent gewesen sein, und dennoch war „der Lebenswille dem Kulturwillen adäquat“, wie Ullmann wenige Monate vor seinem Tod schrieb. Ein (jüdisches) Kulturleben wurde von den Nazis in Theresienstadt zugelassen, um von den Gräueltaten des Holocausts abzulenken. Die Kunst erfüllte damit gleichzeitig auch eine überlebenswichtige Funktion für die Lagerinsassen: Sie spendete Trost, diente als Ventil und lenkte ab. Der omnipräsente Tod, wie die Figur in „Der Kaiser von Atlantis“, die dem Kaiser die Gefolgschaft im sinnlosen Krieg aller gegen alle verweigert, erscheint im Rahmen dieser Ausgangssituation und trotz Lebenswillens als Erlöser. In Hans Werner Henzes nur wenige Jahre danach entstandener Oper „Das Wundertheater“ sind die Wunden dieses Erlebten noch zu spüren. Alte Denkmuster wie der Antisemitismus herrschen in den Köpfen weiterhin vor. Es wird unterschieden zwischen Alt- und Neuchristen. Und es wird geschwiegen, gelogen und sogar gemordet, um sich selbst vor einer Denunziation zu schützen. Wie können und wollen wir heute mit dieser Geschichte im Kontext von weiterhin vorherrschenden Formen der Diskriminierung aufgrund der Herkunft und Religionszugehörigkeit sowie im Kontext des aktuellen Kriegsgeschehens umgehen, wie die künstlerischen Werke auf der Bühne darstellen und verstehen?


Das Podiumsgespräch mit Regisseur Thomas Münstermann, Dramaturgin Inken Meents, Pfarrerin Ruth Nakatenus, Pastoralreferent Tobias Gfell und Dipl. theol. Tobias Licht findet statt am Sonntag, 24. April um 16:30 Uhr in der Auferstehungskirche Pforzheim in der Goebenstr. 2.


Nächste Vorstellungstermine von „Der Kaiser von Atlantis“ und „Das Wundertheater“: Sa, 23. und Di, 26. April im Großen Haus des Theaters Pforzheim

 

 

Der Kaiser von Atlantis oder die Tod-Verweigerung                           

Spiel in einem Akt von Viktor Ullmann und Peter Kien

Der größenwahnsinnig-tyrannische Kaiser Overall stürzt die ganze Welt in einen sinnlosen Krieg. Doch als der Tod ihm die Gefolgschaft verweigert, ziehen die Soldaten ins Feld und kämpfen mit dem Leben, da niemand mehr sterben kann. Das Land versinkt im Chaos. Wahnsinnig geworden, fleht der Kaiser den Tod an, ins Amt zurückzukehren. Willigt jener ein?

Der Schönberg-Schüler Viktor Ullmann schrieb die beißende Satire auf die politische Situation im Dritten Reich gemeinsam mit Peter Kien 1943 im Konzentrationslager Theresienstadt. Ullmanns Werk zeichnet eine auffallende Stilvielfalt aus: Neben lyrischen Arien stehen Jazzklänge und Tanzmusik der 1920er und 30er Jahre sowie Volksweisen, Choräle und atonale Zwölftontechnik.

 

Das Wundertheater                                                                                                                

Oper von Hans Werner Henze nach einem Intermezzo von Miguel de Cervantes

Theaterdirektor Chanfalla kündigt ein wunderbares Spektakel an, das aber nur jene sehen können, die einen christlichen Lebenswandel führen oder in rechtmäßiger Ehe gezeugt wurden. Chanfalla erklärt, was gespielt wird, und das Publikum tobt – tatsächlich ist auf der Bühne jedoch nichts zu sehen. Als dies ein Soldat bemerkt, beginnt eine Hetzjagd auf den vermeintlich schlechten Christen.

Hans Werner Henze setzt den Witz seines Stoffes nach Miguel de Cervantes eindrucksvoll in Musik um, indem er tänzerische Leichtigkeit mit rauschhaften Tonmalereien kontrastiert. Sprech- und Musiktheater bilden eine Einheit, die richtungsweisend für die Entwicklung der Oper in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts sein sollte.

 

Gemeinsame Veranstaltung der Bildungszentren Pforzheim und Karlsruhe (Bildungswerk der Erzdiözese Freiburg), der Evangelischen Erwachsenenbildung Pforzheim, der Ökumenischen Citykirche Pforzheim und des Theaters Pforzheim.

20. März - in der Auferstehungskirche (Goebenstr. 2)

Beethoven. Unerhört. Grenzenlos

 

BALLETT VON GUIDO MARKOWITZ UND DAMIAN GMÜR

 

Beethovens Musik in der Sprache des Zeitgenössischen Tanzes

 

Taub sein. Keine Worte mehr hören, keine Sprache und auch keine Töne. Aber in  Ohren und Kopf ein Sausen und Brausen Tag und Nacht, das zu ertragen war. Dazwischen: umfassende musikalische Sätze, Gedanken, Bilder und Visionen.  Unvorstellbar sind für die Hörenden Leiden und Kraft, die Ludwig van Beethoven als Komponist und als Mensch in seinem Leben aushalten musste und aufbringen konnte. Die Gehörlosigkeit führte den Komponisten, der 1770 geboren worden war, ab seinem 48. Lebensjahr schließlich in die absolute Stille. Dennoch schenkte er der Menschheit das größte Werk: Die 9. Sinfonie. Bis heute gilt sie als vollkommener Ausdruck der Idee von der Erneuerung des Menschen und der Welt. Als monumentale, sinfonische Gesamtkomposition gleicht sie einem Wandgemälde der Welt im Übergang in ein neues Zeitalter. 

 

Die Vielfalt von Tanz als Energie, Sprache und Stil ausschöpfend, überführen Guido Markowitz und sein Team Beethovens „Evangelium der Weltharmonie“, in dem der Mensch, so Friedrich Nietzsche, „das Gehen und Sprechen verlernt habe und auf dem Wege sei, tanzend in die Lüfte emporzufliegen“, in neue Bilder und eine spannungsvolle, assoziationsreiche Erzählung über das Mauern und Verzagen, das Aufbrechen, Kämpfen und Verändern.

 

Nachdenklich stimmt der Schluss, der berühmte vierte Satz mit Friedrich Schillers Zitat "Freude, schöner Götterfunken" als Ausdruck universeller Gemeinschaft. Freude, schöner Götterfunken! Heute. Hier. Jetzt. Ist das so? Trifft das noch unser heutiges Lebensgefühl? Oder ist die Herrlichkeit Gottes nicht schon längst im Chaos der Welt verloren gegangen…?

 

 

 

Ein Podiumsgespräch mit Ballettdirektor Guido Markowitz und Dramaturgin Alexandra Karabelas sowie Pfarrerin Ruth Nakatenus und Pastoralreferent Tobias Gfell

Auferstehungskirche, Goebenstr. 2
Eintritt: 4 €                                                                                                                                                                

Gemeinsame Veranstaltung der Bildungszentren Pforzheim und Karlsruhe (Bildungswerk der Erzdiözese Freiburg), der Evangelischen Erwachsenenbildung Pforzheim, der Ökumenischen Citykirche Pforzheim und des Theaters Pforzheim.


Foyer des Stadttheaters Pforzheim, Am Waisenhausplatz 5
Eintritt: 4 €

 

                                                                                                                                                          

VERANSTALTUNGSORTE der "Ökumenischen Citykirche Pforzheim":

SCHLOSSKIRCHE
Evangelische Friedensgemeinde
Schloßberg 14
75175 Pforzheim

BARFÜSSERKIRCHE
Kath. Kirchengemeinde Pforzheim

Barfüssergasse 10
75172 Pforzheim

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