Theologisches (Theater-)Café im Theaterfoyer

Spielzeit 2021-2022


10. Oktober 21 - Iphigenie auf Tauris, am 14. November mit dem Trafikanten, am 20. März mit Beethoven 9. (in der Auferstehungskirche, Goebenstr. 2), am 24. April mit dem Kaiser von Atlantis und dem Wundertheater (in der Auferstehungskirche, Goebenstr. 2), am 22. Mai mit einem Vortrag zu Johannes Reuchlin und zum Abschluss am 26. Juni mit Jörg Ratgeb.

 

Wir freuen uns!

Dass auch mit dem Wechsel in der Theaterleitung das Theologische Theatercafé weitergeführt wird und wir bereits eine ganze Reihe interessanter Stücke zusammengestellt haben, über die wir in der nächsten Spielzeit zu reden haben. Näheres im Juli hier.

 

Über Gott, die Welt und uns
Unter neuem Namen führen wir das Theologisches Theater-Café weiter und setzen uns gemeinsam mit Künstlerinnen und Künstlern, Theologinnen und Theologen in Podiumsgesprächen und -diskussionen mit den theologisch-philosophischen und gesellschaftspolitischen Themen und Thesen der Spielzeit auseinander.
Eine gemeinsame Reihe des Theaters Pforzheim, der Bildungszentren Pforzheim und Karlsruhe (Bildungswerk der Erzdiözese Freiburg), der Evangelischen Erwachsenenbildung Pforzheim und der Ökumenischen Citykirche Pforzheim.

 

 

Theologisches Café mit Referent/innen zu theologischen Themen im Wechsel mit dem Theologischen Theater-Café

Das Theatercafé sind Podiumsgespräche mit wechselnder Besetzung zu aktuellen Inszenierungen des Theaters.
Unter anderem mit
verschiedenen Schauspielerinnen und Schauspielern, Intendant Thomas Münstermann, Chefdramaturg Peter Oppermann, Dramaturgin Ulrike Brambeer, Musikpädagogin Swantje Willems, Ballettdirektor Guido Markowitz, stv. Ballettdirektor Damian Gmür, Theater Pforzheim, Pfr’in Ruth Nakatenus, Dipl. Theol. Tobias Gfell, Dipl. Theol. Tobias Licht, Dipl. Theol. Ullrich Glatthaar.

Im Foyer des Theaters Pforzheim, Waisenhausplatz 5, Beitrag: 4 Euro

 

Gemeinsame Veranstaltung der Bildungszentren Pforzheim und Karlsruhe (Bildungswerk der Erzdiözese Freiburg), der Evangelischen Erwachsenenbildung Pforzheim, der Ökumenischen Citykirche Pforzheim und des Theaters Pforzheim.

Spielzeit 2021-2022

Sonntag, 26. Juni 2022, 16.30 Uhr

Theologisches Theater-Café


MARTYR!
RATGEB – MALER, MENSCH UND FREI


Als Maler von Heiligenleben und biblischen Geschichten kam Jörg Ratgeb zu Beginn des 16. Jahrhunderts bei seinen Zeitgenossen zu Ansehen. Aber mit Beginn der Reformation waren solche Darstellungen nicht mehr gefragt: Keine 20 Jahre nachdem er seinen heute berühmten Herrenberger Altar vollendet hatte, wurde dieser abgebaut und eingelagert. Dass Ratgeb uns jedoch heute wieder ein Begriff ist, liegt nicht nur an seinen revolutionär-provokanten Bildern, sondern an seinem tragischen Lebensweg vom Kirchenmaler zum Bauernkrieger. Nicht nur deshalb bietet die Musical-Oper „Martyr! Ratgeb – Maler, Mensch und frei“ von Frank Nimsgern und Thomas Münstermann reichlich Gesprächsstoff für das Theologische Café am Sonntag, 26. Juni 2022 um 16.30 Uhr im Foyer des Theaters Pforzheim. Auf dem Podium sind Dramaturgin Christina Zejewski, Pfr'in Ruth Nakatenus sowie die Theologen Tobias Gfell und Tobias Licht.


Foyer im Stadttheater, Am Waisenhausplatz 5
Gemeinsame Veranstaltung der Bildungszentren Pforzheim und Karlsruhe (Bildungswerk der Erzdiözese Freiburg), der Evangelischen Erwachsenenbildung Pforzheim, der Ökumenische Citykirche Pforzheim und des Theaters Pforzheim.

 

Das ist leider schon vorbei:

Theologisches Café

 

Reuchlin – zwischen Katholizität und Reformation

mit Dr. Matthias Dall‘Asta

 

Sonntag, 22. Mai 2022 (16:30Uhr – 18:00Uhr), Foyer im Stadttheater


Johannes Reuchlin, Sohn eines Klosterverwalters, Anwalt des Dominikanerordens, Hassobjekt der Inquisition, Tertiar des Augustinerordens, Mitglied der Stuttgarter Salve-Regina-Bruderschaft, Lehrer Melanchthons, Wegbereiter Luthers und Morgenstern der Reformation: Der Vortrag führt aus, wie und warum der Humanist und Laientheologe Johannes Reuchlin für die kirchenpolitisch so bewegten Jahre um 1520 zu einer Schlüsselfigur wurde.

Der Referent an diesem Nachmittag Dr. Matthias Dall’Asta ist Klassischer Philologe und beschäftigt sich an der Heidelberger Akademie der Wissenschaften seit 1994 schwerpunktmäßig mit Reuchlin und Melanchthon.

 

Gemeinsame Veranstaltung der Bildungszentren Pforzheim und Karlsruhe (Bildungswerk der Erzdiözese Freiburg), der Evangelischen Erwachsenenbildung Pforzheim, der Ökumenischen Citykirche Pforzheim und des Theaters Pforzheim.

24. April 2022, 16.30 Uhr, Auferstehungskirche Pforzheim, Goebenstr. 2.

                                                                                                      

Theologisches Theater-Café zum Musiktheaterabend „Der Kaiser von Atlantis“ und „Das Wundertheater“
Unvorstellbar kommt es uns heute vor, dass Viktor Ullmann und Peter Kien die Oper „Der Kaiser von Atlantis“ im KZ Theresienstadt verfassten. Die Angst vor der ungewissen Zukunft muss ständig präsent gewesen sein, und dennoch war „der Lebenswille dem Kulturwillen adäquat“, wie Ullmann wenige Monate vor seinem Tod schrieb. Ein (jüdisches) Kulturleben wurde von den Nazis in Theresienstadt zugelassen, um von den Gräueltaten des Holocausts abzulenken. Die Kunst erfüllte damit gleichzeitig auch eine überlebenswichtige Funktion für die Lagerinsassen: Sie spendete Trost, diente als Ventil und lenkte ab. Der omnipräsente Tod, wie die Figur in „Der Kaiser von Atlantis“, die dem Kaiser die Gefolgschaft im sinnlosen Krieg aller gegen alle verweigert, erscheint im Rahmen dieser Ausgangssituation und trotz Lebenswillens als Erlöser. In Hans Werner Henzes nur wenige Jahre danach entstandener Oper „Das Wundertheater“ sind die Wunden dieses Erlebten noch zu spüren. Alte Denkmuster wie der Antisemitismus herrschen in den Köpfen weiterhin vor. Es wird unterschieden zwischen Alt- und Neuchristen. Und es wird geschwiegen, gelogen und sogar gemordet, um sich selbst vor einer Denunziation zu schützen. Wie können und wollen wir heute mit dieser Geschichte im Kontext von weiterhin vorherrschenden Formen der Diskriminierung aufgrund der Herkunft und Religionszugehörigkeit sowie im Kontext des aktuellen Kriegsgeschehens umgehen, wie die künstlerischen Werke auf der Bühne darstellen und verstehen?


Das Podiumsgespräch mit Regisseur Thomas Münstermann, Dramaturgin Inken Meents, Pfarrerin Ruth Nakatenus, Pastoralreferent Tobias Gfell und Dipl. theol. Tobias Licht findet statt am Sonntag, 24. April um 16:30 Uhr in der Auferstehungskirche Pforzheim in der Goebenstr. 2.


Nächste Vorstellungstermine von „Der Kaiser von Atlantis“ und „Das Wundertheater“: Sa, 23. und Di, 26. April im Großen Haus des Theaters Pforzheim

 

 

Der Kaiser von Atlantis oder die Tod-Verweigerung                           

Spiel in einem Akt von Viktor Ullmann und Peter Kien

Der größenwahnsinnig-tyrannische Kaiser Overall stürzt die ganze Welt in einen sinnlosen Krieg. Doch als der Tod ihm die Gefolgschaft verweigert, ziehen die Soldaten ins Feld und kämpfen mit dem Leben, da niemand mehr sterben kann. Das Land versinkt im Chaos. Wahnsinnig geworden, fleht der Kaiser den Tod an, ins Amt zurückzukehren. Willigt jener ein?

Der Schönberg-Schüler Viktor Ullmann schrieb die beißende Satire auf die politische Situation im Dritten Reich gemeinsam mit Peter Kien 1943 im Konzentrationslager Theresienstadt. Ullmanns Werk zeichnet eine auffallende Stilvielfalt aus: Neben lyrischen Arien stehen Jazzklänge und Tanzmusik der 1920er und 30er Jahre sowie Volksweisen, Choräle und atonale Zwölftontechnik.

 

Das Wundertheater                                                                                                                

Oper von Hans Werner Henze nach einem Intermezzo von Miguel de Cervantes

Theaterdirektor Chanfalla kündigt ein wunderbares Spektakel an, das aber nur jene sehen können, die einen christlichen Lebenswandel führen oder in rechtmäßiger Ehe gezeugt wurden. Chanfalla erklärt, was gespielt wird, und das Publikum tobt – tatsächlich ist auf der Bühne jedoch nichts zu sehen. Als dies ein Soldat bemerkt, beginnt eine Hetzjagd auf den vermeintlich schlechten Christen.

Hans Werner Henze setzt den Witz seines Stoffes nach Miguel de Cervantes eindrucksvoll in Musik um, indem er tänzerische Leichtigkeit mit rauschhaften Tonmalereien kontrastiert. Sprech- und Musiktheater bilden eine Einheit, die richtungsweisend für die Entwicklung der Oper in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts sein sollte.

 

Gemeinsame Veranstaltung der Bildungszentren Pforzheim und Karlsruhe (Bildungswerk der Erzdiözese Freiburg), der Evangelischen Erwachsenenbildung Pforzheim, der Ökumenischen Citykirche Pforzheim und des Theaters Pforzheim.

20. März - ausnahmsweise in der Auferstehungskirche (Goebenstr. 2)

Beethoven. Unerhört. Grenzenlos

 

BALLETT VON GUIDO MARKOWITZ UND DAMIAN GMÜR

 

Beethovens Musik in der Sprache des Zeitgenössischen Tanzes

 

Taub sein. Keine Worte mehr hören, keine Sprache und auch keine Töne. Aber in  Ohren und Kopf ein Sausen und Brausen Tag und Nacht, das zu ertragen war. Dazwischen: umfassende musikalische Sätze, Gedanken, Bilder und Visionen.  Unvorstellbar sind für die Hörenden Leiden und Kraft, die Ludwig van Beethoven als Komponist und als Mensch in seinem Leben aushalten musste und aufbringen konnte. Die Gehörlosigkeit führte den Komponisten, der 1770 geboren worden war, ab seinem 48. Lebensjahr schließlich in die absolute Stille. Dennoch schenkte er der Menschheit das größte Werk: Die 9. Sinfonie. Bis heute gilt sie als vollkommener Ausdruck der Idee von der Erneuerung des Menschen und der Welt. Als monumentale, sinfonische Gesamtkomposition gleicht sie einem Wandgemälde der Welt im Übergang in ein neues Zeitalter. 

 

Die Vielfalt von Tanz als Energie, Sprache und Stil ausschöpfend, überführen Guido Markowitz und sein Team Beethovens „Evangelium der Weltharmonie“, in dem der Mensch, so Friedrich Nietzsche, „das Gehen und Sprechen verlernt habe und auf dem Wege sei, tanzend in die Lüfte emporzufliegen“, in neue Bilder und eine spannungsvolle, assoziationsreiche Erzählung über das Mauern und Verzagen, das Aufbrechen, Kämpfen und Verändern.

 

Nachdenklich stimmt der Schluss, der berühmte vierte Satz mit Friedrich Schillers Zitat "Freude, schöner Götterfunken" als Ausdruck universeller Gemeinschaft. Freude, schöner Götterfunken! Heute. Hier. Jetzt. Ist das so? Trifft das noch unser heutiges Lebensgefühl? Oder ist die Herrlichkeit Gottes nicht schon längst im Chaos der Welt verloren gegangen…?

 

 

 

Ein Podiumsgespräch mit Ballettdirektor Guido Markowitz und Dramaturgin Alexandra Karabelas sowie Pfarrerin Ruth Nakatenus und Pastoralreferent Tobias Gfell

Auferstehungskirche, Goebenstr. 2
Eintritt: 4 €                                                                                                                                                                

Gemeinsame Veranstaltung der Bildungszentren Pforzheim und Karlsruhe (Bildungswerk der Erzdiözese Freiburg), der Evangelischen Erwachsenenbildung Pforzheim, der Ökumenischen Citykirche Pforzheim und des Theaters Pforzheim.

Theologisches Theater-Café

Sonntag, 14. November 2021, 16.30 Uhr

Der Trafikant

Schauspiel von Robert Seethaler nach seinem gleichnamigen Roman

1937. Das Leben des Jugendlichen Franz, der auf dem Land aufgewachsen ist, ändert sich schlagartig: er muss in die große Stadt Wien und sich als Lehrling des Zeitungs- und Rauchwarenhändlers (sprich Trafikanten) Otto Trsnjek verdingen. Dabei trifft er nicht nur auf den heraufziehenden Nationalsozialismus und seine gewaltbereiten Vertreter, sondern auch auf den Begründer der Psychoanalyse und leidenschaftlichen Zigarrenraucher Sigmund Freud. Es entwickelt sich eine Freundschaft zwischen Franz und dem Entdecker des Unbewussten, die die Entwicklung des Jugendlichen vorantreibt.

In dieser zeitgeschichtlichen Konstellation wird letztlich die Frage thematisiert, was den Menschen bestimmt und ausmacht. Ist es das politische System von außen, in dem Fall die Beförderung des Massenmenschentums durch die Nationalsozialisten? Oder ist es doch die eigene Innenwelt, die Seele, die Regungen aus dem Unbewussten, die unser Handeln bestimmen? Ist es die Liebe, die Bindungs- und Beziehungsfähigkeit, die über Wert und Bedeutung unseres Lebens entscheidet, da sich ja Franz im Laufe der Handlung verliebt?  

Ein Podiumsgespräch mit Dramaturgin Ulrike Brambeer, Schauspieler Nicolas Martin (Franz Huchel), Pfarrerin Ruth Nakatenus, Pastoralreferent Tobias Gfell und Pastoralreferent Ullrich Glatthaar

Theologisches Theater-Café

Sonntag, 10. Oktober 2021, 16.30 Uhr

Iphigenie auf Tauris

Drama von Johann Wolfgang von Goethe

Die griechische Königstochter Iphigenie ist eine Gerettete. Als Priesterin dienend auf Tauris weiß sie sich den Göttern und dem König verpflichtet, belastet vom Götterfluch, der schwer auf ihrer Familie lastet und in nicht enden wollender Mord- und Rachespirale den Bruder Orest nach Tauris bringt. Iphigenie ist hin- und hergerissen zwischen der Pflicht und ihrem Herzen und Orest ist voller Sehnsucht nach Erlösung.
Das alles schreit nach einer Heldin. Doch wie löst Iphigenie sich aus den Mustern der Männer- und Götterherrschaft? Welchen Wert hat die Autonomie (mal mit, mal ohne Gott) in den Idealen der Weimarer Klassik, und was kann diese Iphigenie, die nach Goethe „verteufelt human“ ist, den Menschen im 21. Jahrhundert sagen?

Podiumsgespräch
mit Chefdramaturg Peter Oppermann, Schauspielerin Nika Wanderer (Iphigenie), Pfr’in Ruth Nakatenus und Pastoralreferent Tobias Gfell
 


Foyer des Stadttheaters Pforzheim, Am Waisenhausplatz 5
Eintritt: 4 €

 

                                                                                                                                                          

VERANSTALTUNGSORTE der "Ökumenischen Citykirche Pforzheim":

SCHLOSSKIRCHE
Evangelische Friedensgemeinde
Schloßberg 10
75175 Pforzheim

BARFÜSSERKIRCHE
Kath. Kirchengemeinde Pforzheim

Barfüssergasse 10
75172 Pforzheim

Unsere Kooperationspartner:

Druckversion Druckversion | Sitemap
© Ökumenische Citykirche Pforzheim